Der ITxPT-Standard

Die Vision: Der ITxPT-Standard ist für den öffentlichen Verkehr das, was USB, Bluetooth oder auch Android für die Unterhaltungselektronik bedeuten: Plug & Play – anschließen und loslegen. Dank offener IT-Architektur und Interoperabilität zwischen IT-Systemen basierend auf Standardisierung sind IT-Komponenten in Bus und Bahn mit allen Systemen kompatibel und somit sofort einsatzbereit.

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Der internationale Verband ITxPT (Information Technology for Public Transport) zielt darauf ab, die Technologien für Verkehrsbetriebe und Zulieferer zu vereinfachen, indem es einen einheitlichen Standard für alle Beteiligten schafft. Weg von proprietären Systemen und hin zu einer offenen Architektur, die auf das gut etablierte Internet-Protokoll (IP) basiert.

ITxPT ist für drei zentrale Anwendergruppen relevant: Öffentliche Verkehrsbetriebe und Linien-/Flottenbetreiber, IT-Lieferanten und Fahrzeughersteller.

Welche Vorteile hat der ITxPT Standard?

 

Vereinfachung der Board-Architektur

ITxPT gibt Spezifikationen für eine standardisierte IT-Architektur mit offenen Schnittstellen vor, die einen nahtlosen Datenaustausch zwischen verschiedenen Onbord- und Back-Office-Systemen erlauben. Durch die Vereinfachung der IT-Infrastruktur können Geräte und Systeme über einen gemeinsamen Kommunikations-Backbone problemlos miteinander kommunizieren. Die Systemfunktionalitäten lassen sich schrittweise und jederzeit erweitern – z. B. um Wi-Fi-Zugang, moderne Fahrkartensysteme, mobile Anwendungen usw.

Verbindung zwischen allen Onboard-Systemen

Proprietäre Systeme sind out, standardisierte Lösungen sind in. Durch ein Fahrzeugkommunikations-Gateway wird die Kommunikation mit allen installierten Systemen, Modulen, Geräten und dem Back-Office ermöglicht. Somit können System-Silos vermieden werden.

ITxPT-konforme Module, auch wenn sie von verschiedenen Anbietern stammen, können in einem Fahrzeug kombiniert und gemeinsam betrieben werden (Multi-Vendor-Umgebung).

Kostensenkung durch einfache Wartung

Allein durch das Abschaffen von Antennenredundanzen (nur noch eine Antenne nötig) werden Hardware-Anschaffungskosten und Wartungsaufwand wesentlich verringert. Mit der ITxPT-Architektur können Softwareinstallation und -aktualisierung per Fernzugriff und gleichzeitig für die gesamte Flotte vom Back-Office aus durchgeführt werden. Somit erübrigen sich auch Wartungsverträge mit externen Generalunternehmern, da der Verkehrsbetrieb das standardisierte System selbst im Griff hat. Die Investitions-, Installations- und Wartungskosten bei ITxPT-Architekturen fallen insgesamt niedriger aus, wie Untersuchungen einer ITxPT-Arbeitsgruppe ergeben haben. Eine ITxPT-konforme Infrastruktur ermöglicht eine Kostensenkung von 30 % über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Vorteile für Fahrgäste

ITxPT verbessert den Service für Fahrgäste, indem es die Bereitstellung von Echtzeit-Informationen durch die einfache Integration unterschiedlicher Systeme erleichtert und proprietäre Technologien, wie sie in der Vergangenheit üblich waren, abschafft. Im Wesentlichen lassen sich alle ITxPT-Geräte nach dem Prinzip „Plug and Play“ einsetzen.

Außerdem wird durch Vorgaben über Platzierung und Installation der Geräte Platz gespart und das gesamte On-Board-System intelligenter aufgebaut, sodass mehr räumlichen Komfort für Fahrgäste entsteht.

Welche Rolle spielt ITxPT im öffentlichen Nahverkehr?

Die ÖPNV-Branche ist gekennzeichnet durch lange Investitionszyklen und IT-Systeme, die sich nur langsam weiterentwickeln. Legacy Silosysteme sind oft in bestehenden Fahrzeugflotten vorzufinden. Dabei handelt es sich um mehrere proprietären Systeme, die nicht mit standardisierten Protokollen arbeiten. Systeme wie CCTV, Fahrgastinformationen, Zahlung an Bord oder Fahrgastzählsysteme sind nicht miteinander verbunden und funktionieren nur in Silos.

Das beansprucht viel Platz, der Fahrgästen und ihrem Komfort zur Verfügung gestellt werden könnte, erschwert Installation und Wartungszugang und verursacht Schwierigkeiten bei der Verkabelung.

All diese typischen Probleme in Bus und Bahn löst der ITxPT-Standard mit Hilfe von integrierten Systemen. Grundlage der integrierten Systeme ist die Interoperabilität zwischen Systemen, die in einem gemeinsamen IP-Netzwerk funktionieren.

Die Einhaltung der ITxPT-Normen wird zu einer gängigen Anforderung bei öffentlichen Ausschreibungen. Einige Verkehrsbehörden und -betreiber nutzen ITxPT bereits als Grundlage für Ausschreibungen für IT-Komponenten, um sicherzustellen, dass Fahrzeuge und IT-Systeme miteinander kompatibel sind.

Welche ITxPT Spezifikationen gibt es?

Mit seinen Spezifikationen für eine offene IT-Architektur für die Kommunikation in Fahrzeugen sowie zwischen Fahrzeugen und dem Backoffice legt ITxPT den Grundstein für einen Paradigmenwechsel. ITxPT ist weder ein System noch eine Software. Es handelt sich lediglich um eine Reihe von Regeln für den Datenaustausch; eine gemeinsame Sprache mit Bestimmungen über Datenformate und Protokolle zur Übermittlung der Daten. Die ITxPT-Spezifikationen schränken die die IT nicht ein. Sie bieten lediglich einen Rahmen für die Gestaltung von Hardware und Software, so dass die Module in eine kohärente Architektur integriert werden können.

ITxPT definiert Interoperabilität auf 3 Ebenen:

Hardware-Ebene:

Installationsregeln, Platzbedarf, Anschlüsse usw.

Kommunikationsprotokoll-Ebene:

Schnittstellen, Service-Deklaration, etc.

Service-Ebene:

Liste der Services, Format der Services, Format der Daten usw.

 

Der Anwendungsbereich von ITxPT wird von der Organisation kontinuierlich weiterentwickelt und umfasst derzeit folgende Dienste:

  1. Modul-Inventarisierung
  2. Zeitdienst
  3. GNSS-Standort
  4. FMStoIP
  5. VEHICLEtoIP
  6. AVMS
  7. APC
  8. MADT
  9. MQTT-Broker

Was ist das ITxPT-Label?

Um die Interoperabilität zwischen Geräten und Systemen zu gewährleisten, bietet ITxPT ein Prüfverfahren, bei dem IT-Module, Fahrzeuge und Software in Bezug auf den ITxPT-Standard getestet werden. Um die Konformität sichtbar zu machen, stellt der ITxPT-Verband ein „Label“ zur Verfügung, das zeigt, dass das Modul erfolgreich getestet wurde.

Als Modullieferant sind unsere Ethernet Switches in einem ITxPT-Labor getestet worden. Die offiziellen Testberichte sind auf unseren Produktseiten verfügbar.

Welche Rolle spielen Ethernet Switches in ITxPT?

In alten Silosystemen mit proprietären Architekturen bestand keine wesentliche Notwendigkeit für Ethernet-Switches. Moderne, integrierte Bordsysteme nutzen dagegen ein gemeinsames IP-Netzwerk. Damit entstehen neue Anforderungen an das Netzwerkmanagement: Es gilt, sensible Daten (z.B. Ticketing, CCTV) vom Rest des gemeinsamen Netzwerks zu trennen. Zudem soll der Status des Netzwerks überwacht werden, um Probleme rechtzeitig erkennen zu können. Ebenfalls wichtig ist, dass das Netzwerk auf eine einfache und effiziente Weise und ohne IT-Fachkenntnisse gewartet werden kann. Für das alles sieht der ITxPT-Standard die Verwendung von Ethernet-Switches mit M12-Steckverbindern vor, die die erforderliche Infrastruktur für den Datenaustausch zwischen allen angeschlossenen Systemen bereitstellen.

Um der ÖPNV-Branche das Maximum aus der Ethernet-Technologie anzubieten, stecken wir unser gesamtes Wissen und Können in die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung unserer ROQSTAR M12 Ethernet Switches. Hier mehr über unsere M12 Ethernet Switches, unsere M12 Managed Switches und M12 Unmanaged Switches und PoE Switches erfahren.

Legen wir los!

Sie bei der Umsetzung standardisierter, ITxPT-konformer IP-Netzwerke zu unterstützen, ist unsere Mission. Kontaktieren Sie uns jetzt und wir beraten Sie unverbindlich zu Ihrem Projekt.

Juri Martinevski

Juri Martinevski

Unsere Produkte bilden die Basis für die Digitalisierung in öffentlichen Transportmitteln. Für e-Ticketing, Fahrgastzählsysteme (PCS), dynamische Fahrgastinformation (DPI) oder Videoüberwachung (CCTV) stellen unsere ROQSTAR M12 Ethernet Switches die Netzwerk-Infrastruktur bereit.

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